Montag, 20. Januar 2014

BigDayOut

Es war kurz nach 4 Uhr morgens als mein Wecker mich aus dem Bett schmiss. Ich quälte mich aus meinem Nest, machte mich fertig und packte meinen Rucksack. 5.15 Uhr stand meine liebe Gastmutter extra für mich auf und fuhr mich zum Flughafen. Nach Check-In und Boarding ging circa 6.30 Uhr mein Flieger nach *Trommelwirbel* Auckland! Was? Schon wieder? Ja, schon wieder! Diesmal stand, wie schon im letzten Beitrag angekündigt, der BigDayOut auf dem Plan. Dabei handelt es sich um eine Festivaltour, die durch Australien und Neuseeland jedes Jahr zieht. Angefangen hat das Ganze 1992 in Sydney mit Interpreten wie Nirvana zum Beispiel. Mittlerweile sind es sechs Austragungsorte, darunter zählen Sydney, Melbourne, Gold Cost, Perth, Adelaide und schließlich Auckland. Die Headliner dieses Jahr waren Pearl Jam, Snoop Dogg, Arcade Fire sowie Major Lazer. Mein absoluter Favorit war Pearl Jam, die ich nach all den Jahren unbedingt wiedersehen wollte. Das letzte Mal war ich 2006 in der Sazka Arena in Prag mit 12 Jahren in Begleitung meines Vaters und Bekannten. Ebenso war ich sehr aufgeregt auf Primus, die ich damals 2011 in Huxley's Neue Welt in Berlin sah ebenfalls in Begleitung meines Vaters und einem Bekannten. "Zawölf" war jedoch nicht mein jüngstes Jahr, in dem ich ein Konzert besuchte. Mit ungefähr fünf, sechs Jahren hüpfte ich schon auf Konzerten (vor allem von meinen Slowcore-Helden Sophia) herum zu denen mich meine Eltern mitnahmen. Ich bin unglaublich dankbar dafür, dass ich in meinen jungen Jahren diese Erfahrungen sammeln durfte und sie mir das ermöglicht haben. Ich denke, dass das einer der ausschlaggebenden Gründe ist, warum für mich Musik im Leben so viel bedeutet - ich bin ganz einfach (im intensiveren Sinne) damit aufgewachsen. 
Links: Sazka Arena, Prag                            Rechts: BigDayOut, Auckland



Nach der Veröffentlichung des Timetables kam von den meisten Teilnehmern etwas Enttäuschung auf. Aber wie es meist auf Festivals ist, muss man Prioritäten setzen und sich für eine Band entscheiden, wenn zwei gute zeitgleich spielen. Die neuseeländische Band Beastwars legte einen guten Start mit recht schnicken Hard Rock/Heavy Metal hin. Ich hörte von verschiedenen Quellen Portugal. The Man sei recht geil also wechselte ich anschließend die Bühne und ging zu ihrem Konzert. Hier, ein recht guter Song: Purple, Yellow, Red & Blue. Weiter ging's mit den Spacerockers Tame Impala aus Australien, die mir zuvor noch kein Begriff waren jedoch mir auf den ersten Blick beziehungsweise ersten Reinhörer direkt zusagten. Dieser Song begleitete mich das komplette Wochenende und wird mich sicherlich ein Leben lang an diesen geilen Tag erinnern - Alter EgoThe Hives hatte ich vergangenes Jahr auf dem Southside Festival bereits gesehen und da mochte ich sie auch schon nicht. Für mich ganz nervige Gesellen. Da ich mich jedoch für Mac Miller ebenfalls nicht so begeistern konnte, nutzte ich die Zeit um mich auf die Suche nach etwas Essbaren zu machen. Zwischen Arcade Fire und The Lumineers spielte noch, wie ich sie nenne, Oasis 2.0, die ganz okay waren - "nett" klingt immer so abwertend... Der Abend brach langsam an, die Menschen häuften sich an der Kowhai Stage und darum herum. Ich begab mich ebenfalls dort hin. Schließlich war es 19:45 Uhr und es wurde fleißig gepfiffen und eingeheizt - alle wollten Eddie sehen! Ich war ziemlich aufgeregt und freute mich richtig sehr auf das Konzert. 20 Uhr, war es endlich so weit, Pearl Jam kam auf die Bühne!
Sie spielten eine großartige Setlist. Zum Auftritt selbst muss ich sagen, dass die ersten 20-30 Minuten etwas komisch waren, da Herr Vedder offensichtlich etwas zu oft am Wein genuckelt hatte. Es ist schwer zu beschreiben, aber es herrschte eine gewisse Unsicherheit oder auch Spannung im Publikum. Jedoch fing er sich nach einer Weile und es wurde richtig geil!

Nach dem Konzert schwappte die Masse rüber zu Major Lazor, wo die Leute schon fleißig am Zappeln waren. Mir passte die Musik nach einem zweistündigen Pearl Jam Konzert nicht wirklich in den Kragen und ging zurück ins Hostel. Der Samstag war nicht weiter spannend, ich ging einkaufen und abends ging ich noch aus. Am Sonntag begab ich mich mit dem Bus zum Mission Bay in Auckland, aß Mittag bei Burger Fuels und Nachtisch bei KiwiYo. Den restlichen Nachmittag verbrachte ich am Strand im Sonnenbad und im Wasser. Irgendwann musste ich dann wieder zurück ins Zentrum fahren, um meinen Airbus zu schaffen, der mich wieder Richtung Flughafen fuhr. Im Flugzeug saß ich auf Platz 1A, welcher logischerweise ganz vorn liegt am Ausgang, neben mir saß ein Brasilianer mit dem ich ins Gespräch kam, ebenfalls kamen wir mit dem einen Steward und der Stewardess-Managerin im Flugzeug ins Gespräch. Wir verstanden uns so gut mit ihnen, dass wir noch 3 übrige Mahlzeiten und zu Trinken bekamen - was ein Luxus, nicht nur der Sitzplatz war 1A. Gegen 22 Uhr erreichten wir Christchurch und ich wurde von Jackie abgeholt.

Sonntag, 5. Januar 2014

Silvester

Nach einer sommerlichen Weihnacht sollte es im Anschluss direkt mit einem sonnigen Silvester weitergehen. Für mich ging es mit Stefanie und Annkathrin nach Auckland. Ich glaube, über die Stadt habe ich soweit noch gar kein Wort verloren...

Mit über 1,4 Millionen Einwohner zählt Auckland mit Abstand zur größten Stadt des Landes. Neuseeland hat eine Einwohnerzahl von rund 4,45 Millionen, das heißt über ein Viertel lebt in Auckland. Landschaftlich wird sie durch knapp 50 inaktive Vulkane gezeichnet, ein paar davon stehen sogar in der Stadt selbst und sind befahrbar. Einer der bekanntesten ist Mt. Eden, welcher im gleichnamigen Vorort liegt. Mit 196 Metern ist es die höchste natürliche Erhebung und dient dadurch als ausgezeichneter Platz um einen Überblick über die Stadt zu bekommen. Unbedingt erwähnenswert ist der 328 Meter hohe Sky Tower. Er dient als Aussichts- und Fernmeldeturm und ist der höchste Fernsehturm auf der unteren Erdhalbkugel. Ähnlich wie beim Berliner Fernsehturm besitzt er ein Drehrestaurant sowie eine Bar. War leider noch nicht auf ihn oben aber vielleicht ändert sich das bald, denn vom 17. Januar bis zum 19. Januar bin ich wieder dort. Warum erzähle ich euch später!

Timm, ein weiteres männliches Au Pair und Kumpel, war so nett und spielte unser Airport Shuttle. Zusammen mit Steffi flog ich 21.30 Uhr ab Christchurch, wir kamen kurz vor 23 Uhr in Auckland an. Annkathrin kam am nächsten Morgen nach. Der Flug war recht angenehm und verging tatsächlich "wie im Fluge". Uns kam es wirklich nur wie 10 Minuten vor. Noch bevor wir abhoben musste ich an meine Ankunft damals denken als ich den ersten Fuß auf neuseeländischen Boden setzte - da wurden einige Erinnerungen wach. Unfassbar, dass das nächsten Donnerstag am 16. Januar 2014 genau ein halbes Jahr her ist. Die Zeit vergeht so schnell... 
Am Flughafen warteten wir auf unseren "AirBus", den ich gebucht hatte. Der sollte uns direkt in die Stadt bringen, ziemlich nah ans Hostel und so war es auch. Meinen Kommentar zum Hostel spare ich mir mal an dieser Stelle...

Wir waren noch nicht müde und gingen nochmal durch die Stadt auf einen kleinen Spaziergang. Wir liefen zum Hafen, Richtung Sky Tower und wieder zurück, quer durch Auckland. Am nächsten Morgen trafen wir uns mit Annkathrin. Sie kam zusammen mit einem anderen Au Pair, was sie damals auf dem Einstiegsseminar kennenlernte, jedoch musste sie am Abend arbeiten und konnte deshalb nicht mit uns feiern.

An dieser Stelle kann ich euch eine kleine, witzige Story erzählen, die sich ereignete als wir vor dem Starbucks einen Kaffee schlürften: Wir saßen also vor dem Starbucks und tranken unseren Kaffee. Plötzlich kam ein Chinese auf mich zu und fragte mich, was wir hier machen, wo wir her kommen und wie alt wir sind? Ich sagte, dass wir gerade unseren Kaffee genießen, aus Deutschland kommen und alle um die 19-20 Jahre alt sind. Er meinte, das wäre perfekt und ich fragte, was perfekt sei? Daraufhin erklärte er uns sein Vorhaben: er war auf der Suche nach jungen Leuten, die für seine Firma werben. Gleich auf der anderen Straßenseite war ein großes, verglastes Bürogebäude in dem er frisch eingezogen war. Die einzige Bitte bestand darin mit Weihnachtsmützen vor Weihnachtsbaum und Firmenlogo einmal zu posen und ihn zu promoten. Ich fragte, was wir dafür bekommen und er sagte, dass er Gutscheine für's Kino hat. Bei den Preisen hier von circa 17-18$ haben wir da natürlich nicht nein gesagt. Also folgten wir ihn in sein Büro, schossen die Fotos, staubten sogar noch was zu Trinken und einen Kuchen ab und gingen wieder. Die ganze Sache dauerte nicht länger als 20 Minuten und wir waren eine Freikarte und einen Käsekuchen reicher.


Nach besagten Fotoshooting gingen wir einkaufen für die Tage, brachten alles ins Hostel und relaxten noch ein wenig bevor wir uns dann fertig machten für die Party! Nach Vorglühen, Trinkspielen usw. zogen wir also in die Stadt und machten uns auf die Suche nach einem passenden Ort für's Feiern. Durch Ank's Freundin wurden wir auf einen Club namens "Globe" hingewiesen, ein Studentenschuppen, wo's billig Alk gibt. Also gingen wir dort hin, um die Lage mal zu peilen. Stellte sich am Schluss als sehr gelungen heraus. Nicht zu vergessen ist das kalifornisches Paar, das wir im Hostel kennenlernten und sich uns anschloss auf unserem Wege. Der Mann erinnerte mich stark an den Musiker Dave Matthews. Dave zählt zu einen meiner Lieblingskünstlern, habe ihn vor paar Jahren live in München gesehen -  war ein super geiles Konzert! Für die, welche gerne Adam Sandler Filme schauen - er spielte den Bösewicht mit der Bombe in "Leg' dich nicht mit Zohan an". Wie dem auch sei sagte ich dem Typen das ganz offen und wir kamen ins Gespräch. Unglaublich, die beiden kannten und liebten ihn einfach. Wir unterhielten uns weiter über Musik, unter anderem über das Festival "BigDayOut" wo ich bald hingehe und dass da Pearl Jam und Primus spielt. Und wer hätte es gedacht? Beide Bands sind einer ihrer Favoriten, vor allem Primus war seine Highschool Musik (er fing sogar an, ein Lied zu singen). Ich war so happy, dass ausgerechnet ICH wieder auf solche Leute gestoßen bin, die den gleichen Musikgeschmack haben. I was in heaven!
Im Globe war gute Stimmung, wir hatten viel Spaß und auch leicht einen in der Krone, genauso, wie es zu Silvester sein soll (zu mindestens in unserem Alter)! Kurz vor Mitternacht gingen wir auf die Queens Street, DIE Straße in Auckland City. Dort gibt's tausende Läden - blanker Kommerz. Auf jeden Fall fanden wir uns an einer Kreuzung ein, wo es schon nur so wimmelte von Menschen. Von dort aus hatten wir direkt den Sky Tower vor unserer Linse. Von ihm wird jedes Jahr an Silvester ein großes Feuerwerk losgelassen. Die Stimmung war geil, alle schauten gespannt nach oben und zählten den Countdown mit. Dann hieß es 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 uuuund GESUNDES NEUES JAHR 2014! WOHOOOOOOO! Das Feuerwerk ging los, alles quiekte und tobte vor Freude und wir waren im neuen Jahr. Mensch, das ging fix, sage ich euch. Im Zeitraffer rasten all die tollen Erlebnisse, die ich im verstrichenen Jahr erlebte, durch meinen Kopf. Ich hatte Gänsehaut und war glücklich über alle Ecken! Ich freue mich auf das neue Jahr und bin gespannt, was es für mich parat hat.


Um 1 Uhr war die Nacht für die Mädels dann zu Ende, für mich noch nicht - ich wollte weiter feiern. Also zog ich nochmal los und lernte auch paar Neuseeländer kennen, die mich dann auf ihre Clubtour mitnahmen. Gegen halb 4 war ich dann auch am Hostel und ging schlafen. Ich hatte eine tolle Nacht und war K.O. vom ganzen Gelaufe.

Am nächsten Morgen wurde erst mal ausgeschlafen. An sich war nicht viel los tagsüber. Steffi und Ank waren natürlich schon eher wach als ich und gingen in die Stadt. Gegen Mittag trafen wir uns am Hafen. Da alle bisschen träge waren, entschlossen wir uns einen chilligen Tag zu machen. Wir schnappten uns paar Bier, fuhren mit dem Bus zum Mt. Eden, pflanzten uns ins Gras und genossen den Ausblick.


Donnerstags ging's früh mit der Fähre nach Waiheka Island, eine von Auckland 18km entfernte Insel. Nach guten 35 Minuten kamen wir am Fährhafen an. Wir hatten eine anderthalbstündige Busfahrt gebucht jedoch wartete anscheinend der Fahrer nicht auf alle Fahrgäste und somit standen wir dumm da, als wir merkten, dass unser Bus schon weg war. Aber was wäre Neuseeland ohne ihren hilfsbereiten, netten Menschen? Der (ich denke es zu mindestens) Chef der Anlage versorgte uns ein Taxi und wir bekamen eine Privatfahrt. War auch okay! Es chauffierte uns für circa eine Stunde über die Insel und schmiss uns in der Stadt raus. Wir gingen an eine der Buchten, wo wir die restliche Zeit am Strand verbrachten. Das Wetter war super schön, sehr warm und optimal zum Sonnen. Also T-Shirt aus und braun werden!


Am letzten Abend gingen wir nochmal zum Feiern los und hatten unseren Spaß an Auckland's Nightlife.

Freitags war Abreisetag und wir mussten früh um 10 Uhr auschecken. Unsere Flüge gingen erst 9.30pm, also was machen? Hmmm gute Frage. Wir gingen zum Touristeninfozentrum und erkundigten uns. Empfohlen wurde uns unter anderem: Victoria Park (+ Market), Albert Park, Auckland's Art Gallery. Also zogen wir los zu den Plätzen und schauten uns weiter in der Stadt um. Ich persönlich habe sie noch nicht lieb gewonnen. Es ist ziemlich dreckig dort und zu groß. Ich war noch nie ein Freund der Hektik, deswegen mag ich auch Städte wie Berlin nicht, es sei denn es ist Nacht. Großstädte haben bei Nacht immer etwas Magisches an sich in meinen Augen. Am Abend ging's dann mit dem Flugzeug wieder zurück nach Christchurch.


Am Markt aß ich das wohl beste Sushi meines Lebens. Es war super frisch, mega lecker, man konnte sicher selber seine Box kreieren und billig war es auch. Ich hab früher nie welches gegessen, das hat sich geändert seitdem ich hier bin. Dadurch, dass Neuseeland so viele asiatische Einwohner hat, findet man an jeder Ecke einen Sushiladen. Im Vergleich zu Deutschland - ohne jeglichen Rassismus - gibt dafür umso mehr Türken und an jeder Ecke haust das Dönertier. Vermiss ich ja schon so bisschen... also den Döner!
Die Kunstausstellung in der Galerie war recht interessant. Leider kamen wir zur einer ungünstigen Zeit, denn 15 Minuten nach dem Betreten schloss sie schon wieder. Irgendwie doof, dass die einem nicht mal daraufhin gewiesen haben beim Einlass. Zum Glück zahlt man keinen Eintritt.

Fazit: Ich kann definitiv sagen, dass wir ein paar schöne,  gemeinsame Tage verbracht haben. Wir sind ins gute Jahr hineingerutscht und hatten viel Spaß zusammen. Die Insel fand ich persönlich einer der schönsten Sachen, die wir gesehen haben. Ob ich Auckland mag ist schwer zu sagen. Ich bin mir sicher, dass sie ihre schönen Ecken hat, aber sie ist definitiv zu groß für mich Kleinstadtkind. Mal sehen ob sich meine Meinung nach meinen zweiten Besuch in absehbarer Zeit geändert hat.

- S. Rehm

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Weihnachten

Dieses Jahr wurde Weihnachten einmal ganz anders als gewöhnlich verbracht. Nach wie vor sitze ich in Neuseeland und wir haben Sommer. Das heißt, es gab keine weiße Weihnacht sondern eine warme, sonnige. Um euch meine Eindrücke und Erlebnisse näher zu bringen werde ich den letzten Satz meines letzten Beitrags nochmal aufgreifen...

"Dinge lernt man zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat."

Vielleicht ist es übertrieben zu sagen, dass ich sie "nicht mehr habe" aber ihr werdet verstehen, was ich euch sagen will. Ich möchte es euch anhand eines Vergleichs verdeutlichen. Zuerst einmal fange ich damit an, was ich bisher gewohnt war...

Weihnachten in Deutschland...
...ist im Winter und dadurch meist kalt. Die meisten hoffen auf genügend Schnee um eine "weiße Weihnacht" zu feiern. Geschenke gibt's meist an Heilig Abend, am 24ten Dezember, nachdem der Weihnachtsmann vorbeigestiefelt kam. Zuvor wird meist noch köstlich gespeist - typisch deutsch ist zum Beispiel Forelle, Würstchen mit Kartoffelsalat, Hase, Ente oder Gans.

Weihnachten in Neuseeland
...ist im Sommer und von daher recht mild oder warm. Hier wird nicht auf Schnee gehofft sondern, dass es nicht regnet und so wenige Wolken am Himmel sind wie es geht. Der Heilig Abend hat für die Neuseeländer keine große Bedeutung. Über Nacht kommt der Weihnachtsmann und bringt die Geschenke vorbei. Am 24ten wird abends ein Teller mit Möhren vor die Tür gestellt, dass die Rentiere was zu fressen haben, auf den Esstisch richtet man bisschen was zu Essen und zu Trinken für den Weihnachtsmann und seine Helfer an. Am 25ten morgens dürfen dann die Geschenke geöffnet werden. Traditionell gibt es am selben Tag Truthahn, BBQ, Picknick oder Lunch.

An sich ziemlich verschieden, wie man sehen kann, doch es gibt eine Sache, die beide Traditionen auf jeden Fall gemeinsam haben: Es ist ein Fest der Familie, das man zusammen mit seinen Nächsten verbringt. Das konnte ich dieses Jahr nur virtuell. Nachdem mich früh 6.30am der Wecker wach klingelte und ich mich noch 2, 3 mal hin und her gerollt hatte, ging ich ins Wohnzimmer, wo schon die Kinder total aufgeregt warteten, dass die Erwachsenen endlich aufstehen - vorher gibt's nämlich keine Geschenke. Nach einer reichlichen Bescherung war ich mit meiner Familie im Skype verabredet. Mama, Papa, Geschwister, Oma und Opa waren da - alle ganz nah vor mir und doch so fern. Es war ein schönes Bild alle zusammen zu sehen, ich genoss es in vollen Zügen. Jedoch war ich auch ein wenig geknickt, dass ich an der gewohnten Runde dieses Jahr nicht direkt teilhaben konnte. Das nächste Jahr wieder!

Wie habe ich nun Weihnachten 2013 verbracht? Ganz einfach - ich habe beide Traditionen ausgelebt. Kathie's Gastfamilie lud mich zu sich ein, mit ihnen Heilig Abend zu feiern. Es mag sicherlich jetzt die Frage aufkommen "Warum feiert ihre Familie Heilig Abend, wenn es überhaupt nicht typisch ist?" Der Grund dafür ist ihr Au Pair. Kathie hatte schon die Wochen davor fleißig vorbereitet und wollte ihrer Gastfamilie, vor allem den Kids, die deutsche Tradition näher bringen. Durch mich wurde der deutsche Anteil um rund 14,3% angehoben. Zuerst spielten wir die Weihnachtsgeschichte (auf Englisch) den Kids vor, danach gab's Afternoon Tea mit all den Leckereien, die in den vergangenen Wochen gebacken wurden. Darunter zählte auch unserer köstlicher Baumkuchen! Nach dem Kaffeetrinken ging es zur Bescherung über: Kathie gab ihr Geschenk an die Familie, sie bekam ihre Geschenke von der Familie. Für mich war von ihr auch was dabei: Ich bekam ein Müüüüüsli namens "Berry Berry Nice"! Ich liebe Müsli und es war eine kleine, süße Überraschung. Mir kann man eben auch mit kleinen Dingen eine Freude machen... Wie dem auch sei zerfetzte jeder sein Geschenkpapier, freute sich über seine neues Spielzeug und so weiter und so fort. Wir speisten gemeinsam zu Abendbrot. Es gab lecker Steak mit Pommes und Zwiebel-Pilz-Gemüse (Tradition aus Niedersachsen). Nachdem wir alle gesättigt waren, machte ich mich mit Kathie auf zum Strand nach Sumner, wo wir dann den restlichen Abend verbrachten. Wer meinen Blog bisher aufmerksam gelesen hat, dürfte Sumner noch aus meinem ersten Reisebericht kennen als ich über die Port Hills schrieb. 

In einer gemütlichen Runde saßen wir zusammen am Lagerfeuer und genossen das schöne Wetter mit leckerem Bier vom...von der Flasche. 



 
Schließe deine Augen und stelle dir vor es ist Weihnachten. Du sitzt mit deiner Familie zusammen am Esstisch, isst Rotkraut, Klöße und Gans, trinkst leckeren Rotwein, unterhältst dich über Gott und Welt, lächelst fröhlich in die Runde und genießt den Augenblick. Dann machst du die Augen auf und stehst am Strand, Füße eingegraben im weichen Sand. Es sind milde 20°C, die Sonne verschwindet langsam am Horizont, du hörst das Knistern des Lagerfeuers und das Rauschen der Wellen.

Es fühlte sich so unreell und falsch an in diesem Moment. Es fiel schwer zu glauben, dass Heilig Abend sei. Aber irgendwie.. war es dennoch schön. Mein erster Strandbesuch zu dieser Jahreszeit!


Zurückblickend kann ich sagen, dass es eine coole Erfahrung war und ich den Abend sehr genossen habe. Nach Wiederholung schreit es nicht unbedingt, dafür bin ich zu "deutsch". Strandabende sind immer schön aber nicht zwangsweise an Heilig Abend. Den ersten Weihnachtsfeiertag verbrachten wir bei der Schwester meiner Gastmutter. Da ihr Mann ein Schlagzeug in seiner "Hobbygarage" hat, konnte ich seit Monaten mal wieder mich an eine Schießbude setzen und loshämmern, das tat richtig gut. Einer meiner Vorsätze für das neue Jahr ist auf jeden Fall mich wieder intensiver mit meiner Musik auseinanderzusetzen. Ist es eigentlich mittlerweile "out" sich über Vorsätze Gedanken zu machen? Ich persönlich habe mir darüber gar keine Platte gemacht, ich wurde nur von einer Freundin gefragt und bin damit leicht überrumpelt wurden. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was das nächste Jahr auf Lager hat aber erst mal freue ich mich riesig auf Silvester. Dazu mehr im nächsten Post. Ich hoffe, ihr hattet ein paar schöne, ruhige und besinnliche Feiertage. Rutscht mir gut ins neue Jahr!

- S.Rehm

Freitag, 15. November 2013

Auf Entdeckungsreise

Heute ist Freitag, der 15. November 2013, und ich kehre von meinem Fünf-Tages-Trip über den unteren Teil der Südinsel zurück. Zusammen mit Florian, einem Kumpel und einer der wenigen männlichen Au Pairs in der Umgebung, startete ich am Samstag, den 9. November, früh halb 9 in Christchurch. Zuerst ging's Richtung New World um Proviant für unsere Reise zu besorgen. Als dies geschehen war, konnten wir endlich losfahren zu unserem ersten Ziel: Lake Tekapo (B). Es folgte Lake Pukaki (C), Mount Cook National Park (D), Wanaka (E), Arrowtown (F), Queenstown (G), Milford Sound (I), Lake Manapouri & Doubtful Sound (J), Dunedin (K), Moeraki Boulders (L) sowie Oamaru (M).

Das folgende Bild demonstriert unsere Travelroute:


Mit "unterer Teil der Südinsel" ist der Bereich unterhalb von Christchurch, meinem Wohnsitz, zu verstehen. Wenn man es mal stark vereinfacht, sind wir eine große Runde gefahren und diese steckte voller Überraschungen! Wie man schon leicht erkennen kann, hatten wir so gut wie ausschließlich das Wetter auf unserer Seite. Ich behaupte einfach mal, dass dies einer der wichtigsten Faktoren beim Reisen ist.


Samstag

Die Fahrt zu Lake Tekapo war nicht gerade besonders spannend. Entlang vieler Wiesen und kleiner Städte führte uns die Straße Richtung See. Doch nicht weit vom See entfernt mussten wir erst einen großen Hügel Schrägstrich Berg überqueren. Der weite Ausblick war vielversprechend und man konnte Abenteuer in der Luft schnuppern! Irgendwann war es dann soweit - wir waren angekommen.

"Ach du Scheiße, ... das kann doch wohl nicht wahr sein. Siehst du auch einen türkisen See?", fragte ich Florian, der nur vor sich hin staunte. Wir stellten das Auto ab und watschelten zum Wasser. Hunger hatten wir auch, also schoben wir uns erstmal etwas zu Essen hinter die Kiemen und genossen den wunderschönen Ausblick, den wir hatten. Nachdem wir uns gestärkt hatten, verdauten wir mit etwas Yoga für Fortgeschrittene.


Das Besondere an diesem See ist im Grunde genommen die Spiegelung des Umlands, sprich Berge, Wälder usw., und dessen intensiv-hellblaue Farbe. Dies verstärkte sich dann noch je nachdem wie die Sonne stand und in welchen Winkel man auf den See blickte. Meine Gastmutter empfahl uns auf den anliegenden "Mt. John" hochzufahren, weil der "Ausblick überwältigend wäre". Also fuhren wir dorthin. Auf dem Weg passierten die "Kirche zum guten Hirten".


Ein sehr beliebtes Fotomotiv in Neuseeland, vor allem bei schönem Wetter mit dem See im Hintergrund ist es ein Traum. Ich hörte von verschiedenen Quellen, dass ab und an dort sogar welche sich trauen lassen würden und wie unser Schicksal es so wollte, hatten wir auch damit Glück: eine Hochzeit fand statt. Ein schönes Plätzchen nicht wahr?

Auf dem Gipfel des Berges angekommen, trauten wir unseren Augen nicht...


Was soll man da schon sagen... Einfach der blanke Wahnsinn! Wie ein See aus türkiser Malfarbe. Und ich versichere euch, da war kein Photoshop am Werk. Des Weiteren ist die neuseeländische Hauptforschungssternwarte, das "Mount John Universität Observatorium", dort angesiedelt. Wer Sterne anschauen will, ist hier am richtigen Ort!


Weiter ging's Richtung zweitem See im Bunde: Lake Pukaki. Auf dem Weg überquerten wir den Tekapo Canal, der auch mit einem saftigen Türkis nur so vor sich dahin glänzte.


Es dauerte nicht lange, der Weg von Tekapo zu Pukaki betrug nur 40 Minuten, und wir erreichten See Numero 2 am frühen Nachmittag. Auch dieser war wie sein Bruder eine reinste Farbenpracht. Unfassbar was feinstes Schmelzwasser der Gletscher und ein feingeschliffener Felsuntergrund so alles bewirken können, denn genau das sind die zwei Gründe, die den Seen ihre besondere Farbe verleihen.


Nach ungefähr ein bis zwei Stunden fuhren wir weiter. Unser nächstes Ziel war der Mount Cook National Park, wo wir dann auch unsere erste Nacht verbringen wollten. Wir erreichten Mount Cook Village, ein kleine Siedlung 12km südlich vom Gipfel des höchsten Berges Neuseelands, gegen 4.30pm, das Wetter war immer noch gut und wir entschlossen uns noch an einen Track heran zu wagen. Also gingen wir ins Touristenzentrum und erkundigten uns, was es in der Umgebung denn alles so gibt. Wir fragten das Personal, wie das Wetter wird und was sie uns empfehlen könnten. Uns standen ein paar Tracks zur Auswahl, wir wollten aber nicht nur 30 Minuten laufen sondern schon noch den Abend ausschmücken, also konnten wir uns entscheiden zwischen dem Sealy Tarns Track oder den Hooker Valley Track, die beide mit drei bis viert Stunden (hin und zurück) ausgezeichnet waren. Die Wahl fiel auf Sealy Tarns und ich glaube, das war auch die richtige Entscheidung, zu mindestens vom Sehenswertfaktor. Die nette Dame und der nette Herr an der Theke fragten uns noch, ob wir fit und gut in Form seien und wir antworteten natürlich, so wie wir sind mit "Na klaaaar!". Was wir nicht gründlich gelesen hatten, war der entscheidende Satz "climb steeply up to the tarns", was so viel bedeutet wie "klettern sie steil hoch bis zum Bergsee". Wie dem auch sei setzten wir uns zurück ins Auto und fuhren etwas nördlicher zum White Horse Hill Campingplatz. Wir klatschten Wasser, Bier und Pizza in den Rucksack und stiefelten gegen 5pm los. Eigentlich relativ spät für so eine Wanderung aber was soll's - "Wir schaffen das schon!", dachten wir. Also stiefelten wir los...

Circa ZWEITAUSENDUNDZWEIHUNDERT Stufen später kamen wir dann endlich an unserem Ziel total erschöpft an! Ohne Mist, das war kein Spaß mehr irgendwann. Wir wechselten uns beide mit dem (nicht gerade leichten) Rucksack circa aller 10-15 Minuten ab. Dazu kommt noch, dass ich sowieso noch üble Muskelkatze in meinen Beinen hatte vom Vortag. Was lernen wir daraus? Trainiere niemals deine Beine, wenn du vor hast am nächsten Tag wandern zu gehen. Eine Dose Mitleid, bitte *pfft*. Scheiß drauf, es lohnte sich! Auf dem Weg kamen wir an einem Schneehaufen vorbei, an dem ich mich zügeln musste, nicht hinein zu springen. Zu mindestens baute ich einen Schneeball und warf ihn den langen langen Berg hinunter, den wir erklommen hatten. Nicht mehr all zu lang war die Strecke bis zum eigentlichen Ziel: Sealy Tarns, der Bergsee.


Auf diese erfolgreiche, erschöpfende, anstrengende, verzweifelnde aber auch lustige Tour mussten wir erstmal anstoßen. Es gab lecker Bier von Speight's Brauerei, die wir später noch in Dunedin besichtigen wollten. Außerdem hatten wir noch so kleine Mini-Pizzen von New World's Bäckerei - awesome. "Auf uns, den Track, die geile Aussicht und einen geilen Trip! Prost!"


Irgendwann gesellte sich ein putziger Kea zu uns. Er saß nicht weit weg, circa zwei, drei Meter entfernt von mir. Die Viecher sind sehr zutraulich, können aber auch nervig und lästig werden. Man soll sie nicht füttern, so wird es zu mindestens immer ausgeschildert. Wir hatten keine schlimme Erfahrung mit diesem Burschen. Lustigerweise werden sie unter anderem als "Spaßvögel", "kluge Vögel", "Papagei mit Grips" oder "Superhirn im Federkleid" bezeichnet. Ich mag seine Laute besonders. Einfach mal auf YouTube nachschauen, wen es interessiert.



Rechts: In diesem kleinen, gute 20 Jahre alten Zelt verbrachten wir die Nacht auf dem Camping Platz im National Park. Der Boden war steinig; wir brachten die Heringe nur mit aller größter Mühe und auch nur halbwegs rein. Das wiederum ließ uns in der Nacht etwas unruhig schlafen, denn es windete stark. Wir hatten Angst, dass wir jeden Augenblick abheben könnten. Am meisten störte mich die Zeltwand an der ich schlief. Diese wurde vom Wind die ganze Nacht gegen mein Gesicht geblasen. Vergleichbar mit jemanden, der dir permanent mit einer Flagge im Gesicht herumwedelt...

Ich mochte die verschleierten, von der Sonne pink-gelb gefärbten Wolken, die uns eine "Gute Nacht" wünschten bevor wir zu Bett gingen. Wir waren auch nicht weit weg von den großen Bergen und Gletschern. Die Atmosphäre war ganz eigenartig... Es hatte so etwas Mächtiges, vielleicht auch Magisches neben diesen Riesen einzuschlafen. Der Wind von den Gipfeln ab den Bergen hauchte durch das Tal wie Stimmen der Natur. Ich fühlte mich sicher.


Sonntag

Nach dieser stürmigen Nacht - und das soll jetzt an dieser Stelle bitte nicht falsch verstanden werden - hatten wir vor unseren Augen einen Regenbogen. Einfach so? Ne, eigentlich sind es unseren telepathischen Kräfte, die man hier sieht. We were connected with a rainbow! Am Lustigsten an diesem Bild find' ich ja Flo's geschwollene Augen.

Erwähnte ich eigentlich schon, dass wir einen Bart-Deal hatten? Wir ließen unsere Bärte wachsen bis zum Ende unseres Trips. Warum dieser Quatsch? Jedes Jahr im November lassen sich viele Männer überall auf der Welt verteilt einen "Mo" (abgeleitet von dem englischen Wort moustache, dt. Schnurrbart) wachsen. Auf der offiziellen Movember Webseite kann man sich registrieren und es kann für einen gespendet werden. Die Spenden werden zugunsten der Erforschung und Vorbeugung gegen Prostatakrebs und anderen Gesundheitsproblemen von Männern gesammelt. Wir nahmen inoffiziell in abgewandelter Form teil - just for the lulz.


Am zweiten Tag fuhren wir nach dem Frühstück in Richtung Tasman Valley, die wir auch noch auskundschaften wollten. Dort befanden sich die Blue Lakes, sowie der Tasman Lake und Glacier. Wir wussten nicht, was uns erwartet, aber dass es so (!) geil wird, hätten wir auch nicht gedacht...


Der Mount Cook National Park war damit abgehakt und wir konnten weiter Richtung Wanaka und letzten Endes Queenstown düsen. Der Weg an sich war nicht weiter spannend bis auf den Lindis Pass vielleicht. Wir merkten wie das Wetter schlechter wurde und in Wanaka angekommen, pisste es aus Eimern. Toll! Eigentlich stand auf der To-Do-Liste Kayaking, das konnten wir dann wohl vergessen... Also mussten wir improvisieren. Erstmal holten wir uns was zu Lunch, setzten uns ist Auto und überlegten. Wir entschieden uns nicht direkt weiter zu fahren, sondern uns noch zur ortsansässigen Puzzle World zu begeben. Das ganze Konzept basierte auf optische Täuschungen und so'n Kram. War recht interessant und vor allem lustig! Hier mal ein kleiner Clip aus einem der Illusion Rooms.



Nachdem wir dort einige Zeit verbracht hatten, ging es am Nachmittag dann weiter über Arrowtown Richtung Queenstown. Das Wetter war zwar etwas besser aber immer noch schlecht genug, um irgendetwas Schönes machen zu können. Uns hielt nichts mehr auf in Wanaka, wir wollten weiter!

Einen wirklich schönen Ausblick hatte man vom "Crown Range Lockout" nicht weit entfernt von Arrowtown. Und wie man sieht, lunzte auch das ein oder andere kleine Stückchen blauer Himmel aus der dicken, fetten Wolkendecke.


Am späten Nachmittag kamen wir in Queenstown an und checkten im Nomads Hostel ein. Sehr empfehlenswert die gute Stube - nettes Personal, coole Location, sauber und vor allem ziemlich großräumig. Praktisch waren verschiedene Rabatte, die man als Bewohner bekam. Man musste lediglich seine Chipkarte für sein Hostelzimmer vorzeigen (ebenfalls lobenswert die Idee, da so eine Karte schneller mal im Portmonee verstaut ist als ein dummer Schlüssel). Wir hatten genau zwei Übernachtungen gebucht, das heißt, wir hatten den kompletten Montag Zeit für Aktivitäten. Am Sonntagabend gingen wir zu Fergburger, ein sehr bekannter Burgerladen in der Stadt und in Neuseeland ebenso. Checkt mal die Webseite aus, die ist sehr witzig: hier klicken.


Montag

Was stand an in einer der meist besuchten Städte Neuseelands? Gebucht hatten wir "ThunderJet" (Webseite) am Morgen und einen Besuch in der "-5 Grad IceBar" am Abend. Dazwischen ging's mit der Skyline Gondola (Gondel) auf den Bob's Peak, um dort die herrliche Aussicht zu genießen und mit dem Luge, eine Art Sommerrodelbahn, anschließend zu fahren.

Es ist definitiv eine schöne Stadt mit toller Umgebung - die Bilder sprechen für sich. Sie ist ebenso voll von Backpacker und Reisenden generell und - wer hätte es gedacht - voll von Deutschen. Die Fahrt mit dem JetBoat war rasant und wir hatten äußerst viel Spaß dabei - man könnte es eine "Achterbahn auf Wasser" nennen. Der Besuch in der IceBar war ebenfalls eine interessante Erfahrung. Vorstellen kann man sich das ungefähr so: man hat einen circa 12m² großen Raum, der auf -5 bis -8 Grad minus herunter gekühlt wird. Darin findet man eine Couch, Tische, Skulpturen und eine Theke. Das Witzige an der Sache: alles ist aus Eis, sogar die Gläser!


Am Nachmittag entschieden wir uns spontan noch nach Glenorchy zu fahren, ein kleine Siedlung, welche nordöstlich von Queenstown entlang des Wakatipu Lakes liegt. Eigentlichen war der Weg dorthin das Spannende, das Dorf an sich das Gegenteil. Wir wussten, dass Diamond Lake ein Stückchen weiter liegt also guckten wir uns den auch noch an, damit sich der Weg wenigstens auch lohnte. Und auch diese Entscheidung stellte sich als sehr gut heraus.

- Sometimes you will never know the value of a moment, until it becomes a memory.


Dienstag

Am Dienstagmorgen hieß es schon wieder "Adé Queenstown!". Als Nächstes steuerten wir den Fjörd Milford Sound an. Dieser gilt als einer der schönsten Orte der Welt, gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO, wurde bereits schon als achtes Weltwunder bezeichnet und ist demzufolge auch ein ziemlicher Touristenmagnet. Gebucht hatten wir eine normale Bootstour durch den Fjörd. Ehrlich gesagt wusste ich nicht wirklich, was mich erwartet und sowieso ließ ich mich immer von allem überraschen, was wir so sehen wollten. So ging es erst einmal südlich in Richtung Te Anau, weil wir die ganzen Berge umfahren mussten, erst dann konnten wir uns entlang des Lake Te Anau auf dem Milford Highway wieder nordwärts in das Tal des Eglinton River bewegen, vorbei an den Mirror Lakes, Knobs Flat und dem Lake Gunn. Majestätische Berge ragten links und rechts von uns aus dem Boden heraus. Es ging lange steil bergauf bis wir einen Tunnel erreichten, der  uns Mitten durch einen gigantischen Berg führen sollte. Die Tunnel-Ampel leuchtete Rot, ein LED-Schild wies uns auf entgegenkommenden Verkehr hin, wir mussten 5 Minuten warten - der Countdown lief! Wir stiegen aus dem Auto, um uns kurz die Beine zu vertreten. Dann realisierten wir erstmal, was überhaupt um uns herum so vor sich ging... 


Die Schneemassen auf den Bergen schmolzen und das Tauwasser strömte in Form von Wasserfällen hinab. Schwer vorstellbar, dass diese Gegend zu einer der regenreichsten der Erde gehört. Wir hatten Bombenwetter! Nach den besagten fünf Minuten hieß es "Bereit machen für die Durchfahrt!". 3..2..1.. und ab ins Dunkle! Der Tunnel war ziemlich simple gebaut - eine hügelige Straße, keine betonierten Wände, keine Abzüge, keine gute Beleuchtung und ab und an tropfte Bergwasser aus den Ritzen im Gestein. Nicht vergleichbar mit den deutschen Tunnelsystemen quasi. Aber aufregend und cool war es irgendwie trotzdem. Nach einer kurzen Weile erreichten wir den Tunnelausgang beziehungsweise den Eingang ins Paradies. Den ganzen Weg bergauf, den wir gekommen waren, mussten wir jetzt wieder bergab um uns auf Seelevel zu begeben, schließlich hatten wir eine Bootstour gebucht. Wir waren etwas in Eile: es war 1.45pm und aus irgendeinen Grund waren wir fest davon überzeugt, dass unsere Bootstour 2pm beginnt. Dies stellte sich aber als falsch heraus, denn eigentlich begann sie erst 3.15pm. Der ganze Stress und das Gehetze auf dem Hinweg war somit umsonst. Die Zeit dazwischen nutzten wir dann einfach um uns nochmal dick mit Sonnencreme einzureiben und Insektenspray einzusprühen. Gesagt, getan stiefelten wir zur Juicy Cruize Station und Hafen und machten uns mit der Umgebung vertraut.

- dieses schlecht-fokussierte Meisterwerk hat schon wieder Stil.

Pünktlich legte dann das Boot vom Hafen ab und auf ging's Richtung Tasman Sea durch den Fjörd. Die erste Attraktion folgte nach zwei Minuten Fahrt auf Steuerbord. Bowen Falls, ein 161m tiefer Wasserfall. Im Grunde genommen war die ganze Tour eine einzige Attraktion. Vermutlich kommt das Feeling auf den Bildern nicht so herüber, wie es zu dem Zeitpunkt war - wie es meist so ist - aber lasst es mich euch trotzdem einmal versuchen zu erklären... Ihr fahrt einen langen See entlang, links und rechts von euch türmen sich kilometerhohe Berge auf, von dem ein oder anderen fließen Wasserfälle herunter, die durch die starken Regenfälle geschaffen wurden, die Hänge sind bestückt mit Regenwald und an den Ufern kann man mit etwas Glück Pinguine und Robben sehen. Auch Delfine sollen hier leben.


Auf einem großen Felsen chillte eine kleine Robben-Kolonie in der Sonne. Die sahen echt richtig knuddelig aus! Hätte mich gerne mit dazugelegt und das schöne Wetter und die Atmosphäre genossen...





Nachdem wir das große, weite Meer erreicht hatten, ging es wieder zurück in den Fjörd in Richtung Hafen. Diesmal fuhren wir am anderen Ufer entlang, um auch dessen Schönheit zu begutachten. Wir kamen an einem weiteren (permanenten) Wasserfall vorbei: Stirling Falls. An diesem bildete sich durch das Sonnenlicht und das Sprühwasser ein kleiner Regenbogen - einfach wunderschön!

So wie wir pünktlich den Hafen verließen, kam wir auch pünktlich wieder an - auf die Minute genau. Mühselig trennten wir uns von diesem unfassbar-schönen Ort und peilte den "Nach-Hauseweg" an. Unser "Zuhause" befand sich für diese Nacht am Lake Manapouri neben Te Anau, da wir für den nächsten Tag die nächste Tour gebucht hatten. Diesmal jedoch als Tagestour für mehrere Stunden und deutlich mehr bucks (slang: Dollar). Aber dazu komme ich später noch...

Da wir diesmal nicht in Eile waren, hatten wir auch nun endlich die Zeit uns die Flüsse, Seen und die Umgebung in Ruhe anzuschauen. Wir stoppten des Öfteren an verschiedenen Plätzen, die wir uns auf der Hinfahrt gemerkt hatten. Dazu gehörte unter anderem dieser Fluss (s. unten). Wenige Minuten später landeten wir auf einem Parkplatz, wo wir einen 15 minütigen Track zu einem weiteren Fluss und Wasserfall liefen. Auf diesem besagten Partkplatz hüpfte plötzlich dieser kleine Kerl aus dem Gebüsch. Für mich war das eine Mischung aus Huhn und Kiwi... Heraus stellte sich, dass es eine Wekaralle war, eine neuseeländische, flugunfähige Vogelart (s. unten). Er war ziemlich zutraulich, ich hätte ihn streicheln können aber ich war mir nicht sicher ob das Ding zu zwackt. Das Nicht-Huhn tapste unter's Auto, was mir persönlich überhaupt nicht gefiel - am Ende haben wir Löcher in den Reifen und sitzen fest. Das hätte uns noch gefehlt! Aber wir hatten Vertrauen und als wir wieder kamen, war das Teil auch schon wieder weg und unser Auto noch ganz.



Am Homer Tunnel Eingang angekommen tätigten wir einen letzten Blick ins Tal - wir mussten erneut warten, diesmal aber nur zwei Minuten. Schon gewaltig diese Berge und Wasserfälle wenn man sie mal vergleicht mit der Größe des Tunnels. Immerhin war dieser groß genug für normale Reisebusse. Vielleicht hilft euch das, um sich die ganze Sache besser vorzustellen?


Was ich auch immer wieder überragend finde, ist das klare Wasser der Flüsse und dessen Farbintensität. Wir hielten an einem Fluss, der uns entlang des Milford Sound Highways 94 für eine Weile begleitete. Er sah wortwörtlich so hinreißend aus, dass wir ihn antatschen mussten! Jedoch dauerte der Besucht nicht lange, da uns die Sandfliegen wieder mal halb am Auffressen waren. Die sind aber auch echt eine Plage...


Der nächste Stopp war der Mirrow Lake - Name selbsterklärend mit Hilfe des Bildes. Auch bei schwachem Licht spiegelten sich die Wälder und Berge noch darin, jedoch war er schon eher wie in Tümpel und auch nicht soooo das Highlight. Aber da er eh auf dem Weg lag, dachten wir uns "Warum nicht? Haben ja Zeit!"


Es wurde dämmrig, der Abend ging zu Ende und die nächste Nacht stand vor der Tür. Wir kamen in Manapouri an und checkten die Umgebung ab. Wir suchten den Pearl Harbor. Und nein, das ist jetzt kein kleiner Scherz am Rande, der Hafen dort hieß wirklich so und von dort ab sollten wir auch ablegen. Whatever. Er war ausgeschildert, leicht auffindbar und klein. Im Ort gab es zwei, drei kleine Campingplatze, die aber nicht gerade billig waren - 35$ Dollar für Zwei für die Nacht ist schon leicht übertrieben. Also dachten wir uns, wenn man sich irgendwo anders hinstellt, weit ab der Straße, wird uns keiner finden und wir sparen Geld. Wir fanden einen idealen Platz an einem Wendekreis, der außerhalb des Ortes lag. Wir waren umgeben von leeren Wiesen beziehungsweise Grundstücken, die zum Verkauf bereit standen. Wer soll da schon bitte kommen? Wir bauten unser Zelt auf, versteckt hinter einem Zaun, aßen unser Abendbrot, vernichteten paar Bier und machten uns dann auch fertig für's Bett. Ich war gerade mit einem Bein im Zelt,  kam ein Auto den langen Feldweg entlang und hielt direkt neben uns - unser Herz raste. Eine Frau stieg aus, sie trug eine Kopflampe, und steuerte auf uns zu. Wir dachten nur "Oh Shit, das war's jetzt!". Sie war eine von der Regierung Beauftragte, die nach unerlaubten "Free Camping" ihre Fühler ausstreckte. Florian war sprachlos, ich gab mich als dummer Tourist aus - ich sollte vielleicht doch nochmal über meine Schauspielkünste nachdenken. Sie erzählte uns, dass das sehr teuer werden kann, dass freies Campen in Neuseeland bzw. der Gegend da nicht erlaubt sei, bla bla bla. Beinah hätten wir jeder 250$ bezahlt. Ich erzählte jedoch der Dame, dass wir jemanden auf der Straße gefragt hatten und er uns diesen Ort empfahl. Sie kaufte uns es glücklicherweise ab, erklärte uns den Weg zu den naheliegenden Campingplätzen (die wir ja eh schon kannten, sie nur uns zu blöd waren zwecks der Bezahlerei) und fuhr wieder weg. Wir kamen ungeschoren davon, puh! Den Erstbesten nahmen wir dann. Wir kamen gegen 11.30pm dort an - es war spät - bauten fix unser Zelt auf, stellten uns den Wecker auf 5am und gingen schlafen. Nun werdet ihr euch fragen "Warum schon 5am?!" Es hatte nichts damit zu tun, dass unsere Tour so zeitig los ging. Wir wollten vor dem Campingplatz-Personal aufstehen und dann einfach abhauen - das war alles. Und es klappte!
Ich hätte ehrlich gesagt gedacht, dass wir am nächsten Morgen völlig im Arsch sind, auch auf der Tour, aber es ging und kostenlosen Kaffee gab's ja auch noch auf den Schiffen. Easy peacy lemons squeezy!



Mittwoch

Es ist Mittwooooch, Doubtful Souuuund, juhuuuuu! Wir waren voller Spannung und freuten uns auf den Tagestrip. Viertel nach 7 am Morgen checkten wir bei Go Orange ein, 10 nach 8 ging's los. Wir waren skeptisch was das Wetter anging. Es war sehr nebelig, bewölkt und sah nicht nach einem schönen Tag aus. Mit dem Boot ging's über den Lake Manapouri zur Manapouri Powerstation, von dort aus mit dem Bus in die Anlage selbst - die Besichtigung war inklusive - und danach wieder hinaus in Richtung Doubtful Sound Fjörd. Dort angekommen stiegen wir ins nächste Boot, das uns durch den Fjörd chauffierte. Der ganze Weg wieder zurück und fertig war die Tour. Aber jetzt mal langsam zum Mitschneiden...


Der Morgen war, wie gesagt, nicht all zu berauschend. Aber was nicht ist, kann ja noch werden! Das gute Wetter versteckte sich nämlich nur hinter einer dicken Nebeldecke, denn nach einer kurzen Weile auf dem Wasser schien sich das Wetter plötzlich zu ändern - es wurde schöööön! 


Zu Beginn der Bootsfahrt gesellte sich ein paar Jahre älterer Kerl zu uns an den Tisch. Sein Name war Ryder, studierte Jura (glaube ich zu mindestens), hatte gerade Semesterferien und entschloss sich in seinem Urlaub nach Neuseeland zu fahren. Warum auch nicht? Wir kamen gut ins Gespräch und hingen die ganze Tour zusammen herum.

Am Kraftwerk angekommen, stiegen wir in einen Bus um. Wir hatten ziemliches Glück mit dem Fahrer. Der Typ war sehr cool drauf und über den ein oder anderen Joke am Rande durfte auch gerne mal gelacht werden. Ich war auch an diesem Tag froh, dass ich mein Insektenspray wieder dabei hatte - ein must-have, wenn man in Neuseeland auf Reisen geht. Schon bei der Ankunft wurden wir auf die lästigen Sandflybiester hingewiesen. So nervig, geht gar nicht! Allein auf der Busfahrt war jeder damit beschäftigt - neben dem bestaunen der atemberaubenden Landschaft - die Sandflies an den Fensterscheiben zu erschlagen. Von außen sicherlich lustig anzusehen; da wird man sich auch denken "Wer hat die denn freigelassen?" wenn da ein Bus kommt wo jeder zweite gegen die Scheiben klopft wie ein Gestörter. Wie dem auch sei ging's über eine 2km lange Straße ins Innere des Kraftwerkes. Zum Wasserkraftwerk: es ist das größte in Neuseeland, kann nur mit einem Boot erreicht werden, die sieben Generatoren (by the way von Siemens hergestellt!) befinden sich 200m unter Seelevel in einer Kaverne und wenn alle gleichzeitig auf voller Kapazität laufen, werden pro Sekunde 500 Tonnen Wasser durch die Anlage geleitet. Not bad!


Es war auf jeden Fall recht interessant sich das mal anzuschauen. Joar... Was soll man da auch noch groß darüber schreiben? Lasst uns nicht weiter hieran aufhalten und weiter gehen zu den Ausblicken, der Bootsfahrt und dem eigentlichen "Point Of Interest" - Doubtful Sound. Die Powerstation verlassen, ging es mit dem Bus zuerst bergauf über den Wilmot Pass bevor es wieder bergab Richtung nächsten Hafen gehen konnte. Ihr seht schon, Neuseeland ist voll von Pässen. Von der Spitze hatte man einen wunderschönen Ausblick auf den Deep Cove, Doubtful Sound.


Wir erreichten das Wasser, stiegen um auf's Boot und setzten die (nicht vorhandenen) Segel. Rechts auf dem Bild kann man die Bootsanlegeplätze sehen von denen wir starteten.


Das ist nebenbei erwähnt Ryder aus Kalifornien, USA. "Could you take a picture of me? - Sure!"


Ich glaube fast... die Sounds ähneln sich alle stark, denn dieses Bild ist vielleicht für welche, die beide Sounds nicht mit eigenen Augen gesehen haben, leicht verwechselbar mit Milford Sound.


Wir näherten uns dem Ende des "Arms" und es wurde spannend. Die Tourguides wiesen uns die ganze Zeit schon darauf hin, die Augen offen zu halten nach Delfinen, Walen, Pinguinen und Robben. Mit den ersten beiden Tieren hatten wir leider, leider, leider kein Glück - hätte ich zu gerne gesehen - dafür mit den anderen! Wir passierten Bauza Island und die Shelter Islands und sichteten einen Dickschnabelpinguin, wohoo!


...und neuseeländische Seebären!


Am Tasmanischen See angekommen, ging es wieder zurück Richtung Hafen. Auf dem Rückweg sahen wir noch viele weitere Robben, das war schön. Die Bootsfahrer brachten uns richtig nah an die Felsen, sodass wir alle aus nächster Nähe die perfekten Fotos schießen konnten. Aber am Liebsten hätte ich sie einfach in Ruhe gelassen und aus der Ferne betrachtet. Immer diese Touristen...


Auch ein weiteres Abenteuer schien zu Ende zu gehen. Nachdem wir Pearl Harbour pünktlich 4.30pm erreichten, trennten sich auch Ryder's und unsere Wege wieder. Er fuhr Richtung Queenstown, von wo wir kamen, und wir fuhren nach Dunedin, unser nächstes Ziel.

Die Zwischenweg kann übersprungen werden: ich habe geschlafen, es gab nichts Wichtiges zu sehen, meinte Flo - also keine Schande.

Was kann ich euch über Dunedin erzählen? Also Dunedin ist die zweitgrößte Stadt der Südinsel, sie ist der Sitz der ersten Universität Neuseelands und ihr steckt viiiiel Historik. Um uns mit dieser ein klein wenig vertrauter zu machen, buchten für Donnerstag zwei Touren: die erste ging durch die Schokoladen Fabrik "Cadbury", die zweite durch die "Speight's Brauerei". Des Weiteren ist sie Rekordträgerin im Guinnessbuch für ihre steilste Straße der Welt.

In einem der Vororte Dunedins hielten wir an einem Strand an, unglücklicherweise habe ich vergessen an welchem wir genau waren. Auf jeden Fall war er schön!


Wenn ich die Bilder so sehe, bin ich immer wieder froh darüber, was für einen guten Kauf ich damals gemacht habe mit meiner kleinen Kamera. Sie knipst für ihre Größe wirklich starke Bilder! Back to Germany werde ich dann aber wahrscheinlich mir doch irgendwann ein Spiegelreflex holen - ich habe während meiner Trips eine kleine Leidenschaft für's Fotografieren entwickelt. Ich habe viele Ideen, kann diese nur leider nicht wirklich so realisieren mit meiner Digitalkamera, dennoch ein Lob an die Fotoapparatschmiede Canon.


Donnerstag

Wir waren nun endlich in Dunedin angekommen, verbrachten die (und die nächste) Nacht im Central Backpacker Hostel und waren fit für den anstehenden Tag nach einer frischen Dusche und einem gutem Frühstück. Was stand also auf dem Programm? Geplant waren, wie schon etwas weiter oben erwähnt, die beiden Touren. Ansehen wollten wir uns ebenfalls die "Rekord-Straße" und die Stadt an sich, da die von ihrem Baustil ganz anders ist wie beispielsweise Christchurch oder andere Städte in denen ich schon bisher war. Einen der Strände wollten wir uns ebenfalls ansehen, sein Name war "Tunnel Beach". Er wurde von unserem Hostel empfohlen und Touren gab's von dort aus ebenso hin aber wir fuhren selbst mit unserem Auto, da wir nicht gebucht hatten und es auch nicht vorhatten. So gingen wir also los Richtung Strand und anschließend durchquerten wir die Stadt auf der Suche nach den schönsten Bauwerken.


Die Frage nach der Namensgebung sollte durch das erste Bild dann wohl beantwortet sein. Die Stufen waren klietschig, der Tunnel war voller Sandflies und es hat gemüffelt - zwei Kriterien um so schnell wie möglich ihn wieder zu verlassen, eine Kriterium, was das unmöglich macht ohne dabei auf die Fresse zu fliegen. Pech gehabt! Wie dem auch sei, lohnte sich der Weg definitiv. Der Strand war in einer Art Bucht an einer Steilküste. Als ich endlich auf den Stein hochgekraxelt war, war ich natürlich der King!


Was konnten wir Schönes in der Stadt finden?

Die First Church of Otago, ein wirklich sehr schönes Gebäude, welches 56 Meter hoch ist, 1875 fertiggestellt und im normannisch-gotischen Baustil erbaut wurde. Auch von Innen schön anzusehen!


Die University Of Otago, die älteste Universität Neuseelands, und die Railway Station, der "Architektur-Juwel des Landes" und eines der meist fotografierten Motive auf dem Inselstaat.


Und zu guter Letzt die St Paul's Cathedral, eine von Außen hübsch anzusehende aber von Innen eher weniger besondere Kirche im Vergleich zu der First Church. Nicht außer Acht zu lassen: Robert Burns (Poet) vollgeschurzte Kopf beziehungsweise Robert Burns Kopf, der gerade in diesem Moment wieder einmal vollgeschurzt wird! "Mache doch mal paar Strähnche' rein!" Dieses Bild wurde by the way am s.g. Octagon aufgenommen. Das ist das eigentliche Stadtzentrum und stellt einen achtseitigen Platz dar, der die Hauptstraße der Stadt halbiert. Am Abend war's hier sehr chillig, rund herum gab's viele Bars und Restaurants, am Tag konnte man hier Dunedin's Punker- und Idiotenleben bestaunen...


Es war Mittag, wir fingen an hungrig zu werden aber wollten unbedingt erst die Baldwin Street sehen. Auf dem Rückweg ging's dann ausnahmsweise mal zu Subway - eat fresh. Aber erstmal zurück zur Straße... Was kann ich euch über sie erzählen? Also die Baldwin Street ist, wie schon bereits erwähnt, laut Guinness-Buch der Rekorde die steilste Straße der Welt, sie erstreckt sich über eine Länge von 350 Metern und die maximale Steigung beträgt 35%. Auch ich habe sie erfolgreich erklommen, wie man sehen kann!


Am Nachmittags Viertel vor 2 fanden wir uns in der Cadbury Fabrik ein für die gebuchte 75 minütige Tour.
Inhalt war eine Führung durch die Hallen mit vielen Informationen über die Geschichte des Unternehmens und verschiedene Produktionsabläufe sowie eine Verkostung flüssig-warmer Schokolade. Ganz am Anfang bekam jeder einen kleinen Plastikbeutel, den wir gut aufheben sollten, denn ab und an gab es an bestimmten Stationen ein kleines Leckerli zum mit nach Hause nehmen. Die Zeit dort war okay, mich persönlich hat's nicht wirklich umgehauen, es war ebenfalls durch die Laustärke der Maschinen schlecht verständlich und ich hatte mir auch mehr erwartet, was das "Probieren" angeht. Naja... Wir hatten ja noch eine Tour vor uns!

Diese besagte Tour ging durch die Speight's Brewery. Schon beim Ticketkauf war mir der ältere Herr hinter der Fensterscheibe sehr sympathisch - glücklicherweise hatten wir ihn auch später als Guide! Wir kamen beide als Studenten durch und sparten dadurch ein paar Dollar, ein Guuuuuter. Uns schlossen sich noch ein paar weitere Leute an, darunter zählten unter anderem drei Frauen, die uns auch schon in der Schokoladenfabrik begleiteten, und eine Gruppe voller (ehemaliger) Studenten, die alles frisch ihren Doktortitel bekommen hatten - supernette Leute, sag ich euch! Unser Guide war, wie sich im Laufe der Tour bemerkbar machte, ein absoluter Stratege. Ultra-cooler Typ, der trocken wie Staub einen nach dem anderen Witz herunterrasselte - so etwas liebe ich ja und den Anderen konnte man ihre Freude ebenfalls anmerken. Er erinnerte mich seltsamerweise sehr an meinen Großvater, nicht wegen seinen Witzen und seiner trockenen Art und Weise, sondern eher wegen seinem Auftreten, seiner Stimme und so weiter. Ich genoss es einfach ihn zuzuhören... genau wie meinem Opa. Die Führung bereitete mir großen Spaß, sie war sehr interessant und alles wurde gut erklärt. Am Ende gab es dann ein kleines, großes Highlight. Wir gingen in eine Art Bar in der Fabrik selbst, ein kleiner Raum, der schön hergerichtet war - alles fein aus Holz - und mit einer Theke auf der eine Bierzapfsäule stand mit sechs Zapfhähnen. In diesem Raum wurden wir "eingesperrt" und durften uns "leider" für 30-45 Minuten am Bier bedienen. Richtig geil, Leute! Das Freibier war köstlich, bis auf paar Ausnahmen. Es gab ausgewählte Biersorten, die von Speight's gebraut werden. Darunter zählten: Summit, Gold Medal Ale, Distinction Ale, Cider, Pale Ale und Triple Hop Pilsner. Am besten davon schmeckt mir immer noch das Summit. Prost!


Wir tranken, was das Zeug hielt. Genug hatten wir dennoch nicht und bedienten uns dann an unserem eigenen Kasten. Der Abend wurde immer flüssiger aber irgendwie klingelte es nicht so wie "erhofft". Wahrscheinlich pickten wir uns genau so einen Tag an dem unsere Leber ebenfalls gut drauf war. Kennt ihr das? Ihr könnt bechern und bechern und irgendwie setzt es nicht an und dann gibt es andere Tage wo man nach zwei, drei Bieren schon einen kleinen in der Krone sitzen hat. Wie dem auch sei chillten wir uns in der Stadt irgendwo hin, es war eine Art Steinmauer oder Erhöhung - wir blickten es nicht, war aber sehr entspannend dort - und zischten den Pack so gut wie leer. Tag und Nacht verliefen wieder einmal erfolgreich, zugleich war es leider auch unsere letzte, denn am nächsten Morgen sollte es dann schon wieder nach Hause gehen.


Freitag

Verkarteter Morgen? Nichts da! Frisch und munter (zu mindestens ich) stapften wir in den Tag hinein. Irgendwie freute man sich schon wieder auf anständiges Essen, sein eigenes Bett, das Training und solch' Sachen... Auf unserem Heimweg entlang der Ostküste lagen zwei Sehenswürdigkeiten, die wir uns ansehen wollten. Zum einen war es die kleine Stadt Oamaru mit ihrem beeindruckenden historischen Stadtteil und die Moeraki Boulders.

Als erstes waren die kugelrunden Steine dran...


Wenn man's genau nimmt ist es eine so genannte "Konkretion" - unregelmäßiges, häufig auch rundlich gestaltetes Mineral-Aggregat (Verwachsungen von Kristallen entweder einer oder mehrerer Mineralarten). Die Kugeln bestehen aus Schlamm, feinem Lehm und Ton und werden von dem Mineral Calcit zusammengekittet. Lustig, wie sich so etwas über Millionen Jahre entwickelt...

Man könnte meinen, die Dinger sind Dinosaurier-Eier!

Zur selben Zeit gesellte sich meine liebe, gute Kathie mit zwei anderen Au Pairs zu uns, denn für sie ging es dahin, von wo wir kamen - Dunedin. Nur eine wahre "Prinzessin" hat das Recht sich von zwei glanzvollen Soldaten herumtragen zu lassen, nicht wahr, Große?


Wir verbrachten nicht all zu viel Zeit am Strand, denn mehr zu sehen als die Kugeln gab es nicht. Wir setzten unsere Heimkehr fort und fuhren Richtung Oamaru. Ich weiß noch ganz genau... Ortseingang dachten wir uns beide nur "Wie jetzt? Das soll eine sehenswerte Stadt sein?", doch was wir nicht wussten war, dass sich das Sehenswerte nur um einen bestimmten Bezirk der Stadt dreht - die historische Altstadt. Die meisten Gebäude wurden hier aus regionalem, hellem Kalkstein angefertigt. Der Stadtteil, wegen seiner beeindruckenden Baukunst, sowie das Hafenviertel, wegen seiner dort lebenden Zwerg- und Gelbaugenpinguinenkolonie, stehen beide unter Denkmalschutz.


Oben: Die Tyne Street, eine wichtige Straße auf der einige denkmalgeschützte Gebäude stehen wie zum Beispiel das Criterion Hotel, das ehem. Zollhaus, die ehem. Bankfiliale, sowie diverse ehem. Lagerhäuser für Getreide, Wolle usw.



Links: Die St Luke's Anglican Church, die ebenfalls in der Liste der Baudenkmäler von Oamaru aufgeführt ist.



Unten: Das Oamaru Post Office im viktorianischen Stadtkern.


Sehr geil fand ich das Steampunk HQ mit der coolen Lokomotive, ich bin ja sowieso ein Fan von Retro! Wer genau wissen will, was es auf sich hat mit dem Begriff, der darf gerne auf den Link klicken und sich näher informieren. Grundlegend ist es eine Stilrichtung aus den 80er Jahren. Durch das Verknüpfen von modernen, futuristischen technischen Mitteln mit Materialien des viktorianischen Zeitalters entsteht ein besonderer Retro-Look der Technik. Ich glaube, wir haben es alle schon mal irgendwo gesehen oder nicht?


Nach unserer kurzen Stadttour verabschiedeten wir uns von Oamaru und dem unteren Teil der Südinsel und segelten weiter. Unser Abenteuer näherte sich mit jedem Kilometer näher zu Christchurch ein Stückchen mehr dem Ende. Wohlmöglich werde ich dort nie wieder hinkommen oder erst in vielen Jahren, wenn ich mal paar Scheine übrig habe. Wert, wieder zu kommen, wäre es auf jeden Fall. Neuseeland ist einfach ein atemberaubendes Land und steckt voller Überraschungen und Sehenswürdigkeiten. Jeder, der hier war, kann es einfach nur weiterempfehlen.

Fazit des Trips: Jeden einzelnen Fleck, den wir erkundeten, hat Neuseeland für mich noch liebenswerter gemacht. Wir haben wahnsinnig viele schöne Sachen gesehen und erlebten eine Woche voller Staunen, atemberaubender Momente und Emotionen. Es hat mir viel Spaß bereitet und ich sehne mich schon danach noch viel mehr von dem Land zu sehen. Für mich ist die Halbzeit bald (am 16. Dezember) erreicht. So schnell wie die Woche herumging, so schnell vergeht die ganze Zeit für mich im Land der langen weißen Wolken. Unvorstellbar, dass ich in absehbarer Zeit schon ein halbes Jahr hier bin. Mittlerweile habe ich persönlich einen Punkt erreicht, wo ich mich auch schon wieder auf Deutschland ein kleines bisschen freue. Warum? Ganz einfach - Dinge lernt man zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat.



- S. Rehm